30 Jahre Heimatverein des Bornaer Landes

30 Jahre HvBoLa
Keine Torte zum Geburtstag. Dafür eine Infografik als PDF zum Jubiläum.

2020 kann der Heimatverein des Bornaer Landes e. V. auf 30 Jahre seines Bestehens zurückblicken. Mit Datum vom 28. September 1990 wurde er unter laufender Nummer 169 ins Vereinsregister des Kreisgerichtes Borna eingetragen.

Als seine Gründungsversammlung stattfand, gab es die DDR zwar noch, es war jedoch absehbar, dass die begonnenen Veränderungsprozesse zu einem grundlegenden Wandel der politischen und sozialen Rahmenbedingungen des kulturellen Lebens führen würden. Gegründet wurde der Verein von Personen, die sich unter dem Dach des Kulturbundes schon längere Zeit für Denkmalschutz, Heimat- und Regionalgeschichte engagiert hatten. Einige Gründungsmitglieder gehören dem Verein bis heute an, so Tylo Peter, Roland Meyer, Helmut Oertel, Gert Schreiber und Helmut Hentschel.

Hentschel wurde 1990 zum Vorsitzenden gewählt und bekleidete dieses Amt 17 Jahre lang. Unter seiner Leitung wurden große durch den Kulturraum geförderte Projekte durchgeführt. Das reichte von „900 Jahre Kloster Pegau“ über die kulturhistorischen Forschungen zu Heuersdorf und zum Industriestandort Böhlen-Lippendorf bis zu lebensgeschichtlichen Interviews zum Thema „Zeitenwende – Zeitenwende“. Publiziert wurden nicht allein die beliebten „Heimatblätter“, sondern auch Bücher zur Regional- und Landesgeschichte wie „Wiprecht. Beiträge zur Geschichte des Osterlandes im Hochmittelalter“, „Von Griechenland bis Heuersdorf. Sachsens 48er im Bornaer Land“, „Vom Geleitsmann zum Landrat“ oder auch „Leipzig südwärts“, der damals erste Ausflugsführer ins Leipziger Neuseenland. 

Nicht nur Gedrucktes erschien im Namen des Vereins. Seine Arbeitsergebnisse bereicherten in Gestalt des „Digitalen Südraumarchivs“ auch das Internet.

Touristische Routen wurden von ihm geplant und realisiert wie der „Industriekultur-Erlebnispfad Böhlen-Lippendorf“ und der „Katharina-von-Bora-Kurs“. An bedeutenden Schauplätzen der kriegerischen Ereignisse im Umfeld der Völkerschlacht wurden Erläuterungstafeln aufgestellt, so am Tatarengrab bei Beucha, am Dorf Thierbach sowie in Eschefeld und Lobstädt. Verdienste erwarb sich der Verein auch beim Bemühen, Beziehungen zu Partnern im europäischen Ausland zu pflegen. Dazu zählten Kontakte zur Karlsuniversität Prag, zu Bornas Partnerstadt Étampes und zu den tatarischen Communities verschiedener Länder.

Bis vor einigen Jahren fungierte der Verein auch in nennenswertem Umfang als Arbeitsgeber für Personen, deren Stellen im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und Strukturanpassungsmaßnahmen öffentlich gefördert wurden. Zuletzt waren noch Ein-Euro-Jobber und Beschäftigte im Rahmen des Bundesprogramms „Soziale Teilhabe“ beim Verein angestellt. Er erfüllte somit auch wichtige soziale Aufgaben im Rahmen des regionalen Strukturwandels.

Der Heimatverein des Bornaer Landes bereicherte mit seinen Veranstaltungen auch das regionale Kulturleben. Dazu gehörten die 10 von ihm durchgeführten Schillerfeste in Kahnsdorf.

Jahr für Jahr lädt er zu 9 Vortragsabenden ein, in denen Aspekte der sächsischen Kulturgeschichte beleuchtet werden. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Museum der Stadt Borna und dem Geschichtsverein Borna e. V.

Von 1996 bis 2020 betrieb der Heimatverein im Auftrag des Landkreises Leipzig das Volkskundemuseum Wyhra. Dafür beschäftigte er dort 4 Mitarbeiter*Innen, gestaltete ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm und entwickelte museumspädagogische Angebote, die zweimal mit Preisen des sächsischen Staatsministeriums für Kultus geehrt wurden. 2005 erhielt er zudem eine Auszeichnung im Rahmen des Landeswettbewerbs ländliches Bauen für die denkmalgerechte Umsetzung einer Remise von Heuersdorf ins Volkskundemuseum.

Schließlich richtete der Verein eine Reihe regionalwissenschaftlicher Tagungen aus. Verdienste erwarb er sich zudem bei der Zusammenarbeit mit den lokalen Heimat- und Kulturvereinen der Region sowie durch seine Beteiligung an Publikationsvorhaben von Partnern wie dem Sax-Verlag, dem Verein Pro Leipzig und dem Südraumverlag Borna.